Stay-young-Mais

Bessere Silomaisqualität mit Stay-young Mais

Qualitätskuh

 

Jedes Jahr melden Rinderzüchter neue Erfolge bei der Steigerung der Jahresmilchleistung der Kühe. Die durchschnittliche Lebensleistung steigt aber nicht dementsprechend, die Kühe verlassen im Durchschnitt immer früher die Betriebe. Als eine mögliche Ursache dieser Misere wird von Tierernährern darauf hingewiesen, dass das Futteraufnahmevermögen der Kühe nicht entsprechend mit dem Michleistungsvermögen angestiegen ist. Tendenziell erhöht sich dadurch das Energiedefizit im ersten Drittel der Laktation. Energetisch unterversorgte Kühe sind unter anderem anfälliger für Stoffwechselkrankheiten und Fruchtbarkeitsprobleme.

 

Mehr Maisstärke füttern?

Viele Milchviehbetriebe haben bereits gute Erfahrungen mit der Fütterung von feucht geschrotetem und einsiliertem Körnermais gemacht. Wenn zusätzlich eine Maissilage mit einem hohen Stärkeanteil (> 35 %) mehr als die Hälfte des Grobfutters stellt, wird die von den Tierernährern für sinnvoll angegebene Menge an Stärke überschritten, die eine Kuh effizient im Dünndarm nutzen kann. Mit der Steigerung des Maisstärkegehalts an der Ration ließe sich zwar relativ leicht eine höhere Energiekonzentration erreichen, tierphysiologisch sind diesem Ansatz aber Grenzen gesetzt. Diese werden bei hohen Maisanteilen in der Ration heute bereits erreicht.

 

Stay-young Mais erhöht Energieaufnahme

Neben dem Stärkegehalt ist de Restpflanzenverdaulichlichkeit der wichtigste Qualitätssparameter bei Silomais. Sie liegt in der Regel zwischen 45 und 55 %. Mit zunehmender Abreife nimmt die Restpflanzenverdaulichkeit durch die fortschreitende Alterung des Pflanzengewebes ab. Man spricht hier auch von zunehmender Verholzung, auch Lignifizierung. Ziel moderner Pflanzenzüchtung ist es, die Gesamtverdaulichkeit der Sorten durch eine verlangsamte Alterung über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau zu halten. Für diese verlangsamte Alterung wurde jetzt der Begriff "Stay-young Mais" geprägt. (s. Abb. 1) Die geringe Verholzung von Stay-youg Maissorten führt zu einer verbesserten Silagequalität und damit letztendlich zu höheren Energiekonzentrationen in der Silage. Mehr Energie in der Silage erhöht bei gleicher Futteraufnahme die Energieaufnahme, bzw. verringert das Energiedefizit in den ersten Wochen der Laktation.

Abb. Restpflanzenverdaulichkeit

Wie wurde Stay-young Mais entwickelt?

Seit nunmehr 20 Jahren führt das Unternehmen Syngenta Seeds bei unabhängigen Instituten und Forschungseinrichtungen aufwendige Fütterungsversuche durch. Die Silomaisqualität der Sorten wird konsequent im Tier geprüft, die Ergebnisse dieser Fütterungsversuche fließen wieder bei der Maiszüchtung mit ein. So konnten Sorten mit sehr guter Verdaulichkeit gezüchtet werden. Zum Beispiel wird seid vielen Jahren an der TU München die Abbaubarkeit speziell von Mais-Restpflanzen untersucht. Dabei werden verschiedene Sorten zu mehreren Ernteterminen geprüft und deren Restpflanzenverdaulichkeit analysiert. Dieses langjährige Versuchsprogramm ist ein wichtiger Baustein, um die Qualität der Stay-young Maissorten zu verbessern und dies auch am Tier nachzuweisen. Herausragend als Stay-young Mais zeigte sich die neue Qualitätsmaissorte NK Famous (Abb. 2). NK Famous erreichte nicht nur zu allen Erntezeitpunkten in der Restpflanzenverdaulichkeit und Restpflanzenabbaubarkeit die höchsten Werte, sondern fällt auch während des normalen Alterungsprozesses der Pflanzen in der Verdaulichkeit am geringsten ab. Damit ist die Sorte NK Famous das beste Beispiel für eine moderne Stay-young Sorte.

Abb. 2

Wo liegt der Unterschied zu Stay-green Sorten?

Mit Stay-green werden seit einigen Jahren länger grün bleibende Sortentypen beschrieben. Stay-green steht dabei in erster Linie für einen verlangsamten Ansteig der Trockensubstanzgehalte in der Gesamtpflanze. Die Farbe (green) der Blätter und des Stängels alleine sagt jedoch nichts über die Qualität und die Verdaulichkeit aus. Stay-green Sorten mit grünen Blättern können dennoch zur Ernte einen schnelle Verholzung aufweisen. Demgegenüber bleiben Stay-young Sorten länger jung, verholzen weniger und bleiben dadurch länger hoch verdaulich. So beschreibt und gewährleistet Stay-young Mais die benötigte aufschließbare energetische Qualität viel besser als Stay-green Sorten.

 

Fazit

Stay-young Mais ist höher verdaulich und führt zu einem höheren Energiegehalt in einem längeren Erntefenster. Einerseits bewirken höher verdauliche Silagen schon bei gleicher Grundfutteraufnahme eine höhere Energieaufnahme, anderseits steigern sie aber auch die Grundfutteraufnahme insgesamt. Dadurch wird die Stoffwechselbelastung der hochleistenden Milchkühe im besonders kritischen ersten Drittel der Laktation nachhaltig reduziert. Gesunde, weniger belastete Kühe leben länger, da die Milchleistung aus dem Grobfutter steigt und dieser positive Effekt auf die Lebensleistung der Kühe ist von entsprechender Bedeutung für eine wirtschaftliche Milchproduktion.

 

Den Sonderdruck "Milchpraxis" können Sie hier downloaden

 

Silomaisqualität ist planbar

Die Ertragshöhe wird durch die Jahreswitterung und das Ertragspotential des Standortes beeinflusst. Die Qualität dagegen wird zuerst durch die Genetik der Sorte bestimmt, das heißt:

  1. den Stärkegehalt
  2. die Restpflanzenverdaulichkeit
  3. den daraus resultierenden Energiegehalt

 

Stärkegehalt

Die Verdaulichkeit der Maisstärke liegt über 90%. Unterschiede gibt es in der Abbaubarkeit der Maisstärke im Pansen. Die mehlige, weiche Stärke des Zahnmaiskorns ist schneller abbaubar als die harte, glasige Stärke des Hartmaiskorns.