Gezielte Aussteuerung der Bestandesdichte mit der N1 Zu Vegetationsbeginn wirken die Hybridgersten-Bestände aufgrund der niedrigeren Aussaatstärke zunächst noch inhomogen, und Einsteiger schätzen die Bestandesdichte auf den ersten Blick oft zu niedrig ein. Die genaue Bestandeskontrolle und das Auszählen von Pflanzen- und Triebzahlen zur Bestockung ist daher besonders wichtig und Basis für die richtige Bemessung der N-Menge zu N1 (siehe Anbautelegramm Frühjahr). Als Faustregel gilt näherungsweise, dass die N1 wegen der stärkeren Bestockungsfähigkeit der Hybrid-Wintergerste etwa 30 kg niedriger ausfallen sollte als bei konventionellen Beständen mit vergleichbarem Entwicklungsstand. Diese N-Menge muss dann zur Abschlussdüngung (N2 oder N3) hinzugefügt werden. Eine an konventioneller Wintergerste orientierte und daher im Regelfall überhöhte N1 kann bei Hybriden aufgrund ihrer besonderen Vitalität eine übermäßige Bestockung auslösen. Zu hoch angedüngte Hybridgerstenbestände bilden dann viel unproduktive organische Masse, die den Wasserhaushalt des Standorts unnötig belastet. Diese Wassermenge fehlt dann u.U. später in der Kornfüllungsphase. Geringe Niederschlagsmengen im Frühsommer verstärken das Problem noch zusätzlich. Die Folge ist ein hohes Risiko für schlechte Kornausbildung und niedrige Tausendkornmassen.
Rechtzeitige N2 mindert Ährchen-Reduktion Nachdem eine frühe, gezielte Aussteuerung des Bestandes mit der N1 erfolgt ist, entscheidet anschließend die rechtzeitige Schossergabe vor EC 32 über die weitere Absicherung der Ährchen-Anlagen. Diese kann standortabhängig entweder als N2 und N3 oder bei regelmäßiger Vorsommer-Trockenheit als zusammengefasste N-stabilisierte N2 erfolgen. Auf diesen Standorten ist eine einmalige N-Düngung zu Schossbeginn nicht ertragsoptimal, da Hybridgerste früh loswächst und dann einen gewissen N-Bedarf hat. Im Regelfall ist dieser N-Bedarf zu Vegetationsbeginn zwar bei den Hybriden deutlich niedriger als bei konventionellen Sorten, wird er aber nicht gedeckt, kostet das Ertrag.
Schwefel für höhere N-Effizienz Da Schwefel die N-Aufnahme und -Verlagerung in der Pflanze gewährleistet, ist eine rechtzeitige und ausreichende Schwefel-Versorgung gerade für schwache Bestände besonders wichtig. Falls noch nicht mit der N1 erfolgt, sollte die Schwefel-Düngung spätestens zu Schossbeginn nachgeholt werden. Zur Deckung des Gesamtbedarfs von 20-30 kg S/ha reicht zwar i.d.R. eine Düngung von 10-20 kg S/ha aus. Nach hohen Winterniederschlagsmengen kann aber v.a. auf sorptionsschwachen Böden sowie auf humusarmen und flachgründigen Standorten eine höhere Schwefelgabe bis über 30 kg erforderlich sein.
Mit dem Ertrag steigen die Anforderungen an den Wachstumsregler Aufgrund des enormen ertraglichen Potenzials stellen Einkürzung und Stabilisierung des Halmes im Hybridgersten-Anbau besondere Ansprüche an den Wachstumsregler. Da bei der Hybridgerste zur Ausschöpfung des Ertragspotenzials die Abschlussdüngung besonders betont wird, sollte die Halmstabilität der eher früher abreifenden Hybriden bis zum Schluss gewährleistet werden. Langjährige Versuche haben gezeigt, dass der Ertragseffekt von Moddus® in der Hybridgerste am besten ist. Moddus® stärkt die Flexibilität des Halmes und verbessert so die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wind und mechanischen Stressoren. Der bei der Hybridgerste an sich schon höhere Feinwurzelanteil wird durch Moddus® noch weiter gesteigert und führt zu einer Zunahme der - ohnehin schon außergewöhnlichen - Wasser- und Nährstoff-Effizienz.
Ertragssicherung durch optimierten Fungizid-Einsatz Die weitere Ausbreitung von bereits zum Schossen aufgetretenen Blattkrankheiten wird durch den Einsatz des Fungizides Gladio® besonders effektiv gehemmt. Die Abschlussbehandlung zu EC 39/49 sollte eine lange fungizide Dauerwirkung insbesondere gegen Netzflecken, Zwergrost und die sich immer stärker verbreitende und hoch etragsrelevante Krankheit Ramularia erzielen. Amistar Opti Gladio® bietet aufgrund seiner 5 Wirkstoffe die sicherste Lösung gegen alle wichtigen Gerstenkrankheiten. Zusätzlich fördert die physiologische Wirkung von Azoxystrobin die Kornfüllungsphase und bewirkt eine noch bessere Ausschöpfung des hohen Ertragspotenzials.